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Das "Klinkenputzen" der modernen Art15.04.2011 von MarcB aus DortmundIm Rahmen meiner Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, Fachrichtung Versicherungen wurde ich zuletzt sechs Wochen im Außendienst, in einer Bezirksdirektion der Continentale, eingesetzt.Für die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen ist es vorgeschrieben, dass Azubis bestimmte Bereiche kennenlernen müssen. Dazu zählt neben einer Vertrags - und einer Leistungsabteilung auch der Außendienst. Diese Regelung erfüllt den Sinn, dass Auszubildende Erfahrungen sammeln, wie es an der „Basis" abläuft. Pünktlichkeit ist gefragtDa eine Außendienstagentur im Gegensatz zur Direktion festgelegte Öffnungszeiten hat, begann dort jeden Tag meine Arbeit um Punkt 9 Uhr. Dies war wichtig einzuhalten, da die Agentur für Kunden ab 9 Uhr erreichbar sein musste. Zum Team der Agentur, die mich ausbildete, gehörten insgesamt 6 Personen, der Junior- und der Seniorchef, 2 Innen- und 2 Außendienstmitarbeiter. Anders als viele andere, kleinere Agenturen mussten sich die Außendienstler und die Chefs hier nicht übermäßig mit Büroarbeiten und Kundenanfragen beschäftigen. Da die Innendienstmitarbeiter Ihnen in dieser Beziehung den Rücken freihielten, konnten sich die Anderen gänzlich auf die Neukundengewinnung konzentrieren. Eine helfende Hand kann man immer gebrauchenMein Ziel war es, Einblicke und Erfahrungen zu sammeln. Dazu wurde ich zunächst von den Innendienstmitarbeitern eingearbeitet und bekam „Crashkurse" in nahezu allen Versicherungssparten und -bedingungen, von denen ich im vorherigen Verlauf meiner Ausbildung noch nicht allzu viel mitbekommen hatte, da ich bisher fast ausschließlich in Personal oder Betriebsorganisation eingesetzt wurde. Anders als die Fachabteilungen in der Direktion sind die Innendienstmitarbeiter im Außendienst nämlich Ansprechpartner für ihre Kunden in allen Sparten. Das bedeutet aber auch, dass sie ein sehr umfangreiches Spektrum an Wissen benötigen, um allen Anfragen gerecht zu werden. Auch Kundengespräche am Telefon und E-Mail-Korrespondenz gehörten zu meinen Aufgaben, denen ich durch die gute Einarbeitung nach kurzer Zeit gut gewachsen war. Nicht selten erleichterte ich den Mitarbeitern das Arbeitsleben, indem ich ihnen Angebotsberechnungen oder andere Tätigkeiten abnahm und sie sich dadurch auf andere Arbeiten konzentrieren konnten. „Möchten Sie Ihre Hausratversicherung nicht lieber bei uns haben?"Einige, wenige Male wechselte ich auch meine Rolle und begleitete einen der Außendienstler zu einem Kundentermin. Eine spannende und neue Erfahrung aus zweierlei Gesichtspunkten: Zum einen erhielt ich einen Eindruck, wie Kunden leben und was für ein "Typ" der Kunde ist. Es unterschied sich vor allem zwischen Kunden, denen es auf jeden Euro ankam und denen, die für bessere Leistungen und besseren Service bereit waren, etwas mehr in ihren Versicherungsschutz zu investieren. Zum anderen lernte ich das Leben der selbstständigen Außendienstler kennen, die kein festes Gehalt beziehen, sondern Ihren Lebensunterhalt durch Abschluss- und Bestandsprovisionen verdienen. Der Außendienstler klärte mich auf, dass dies einfach nur eine Typfrage sei, ob man ein sicherheitsbewusster oder risikobereiter Typ ist. Das in der Überschrift angesprochene Klischee des Außendienstmitarbeiters ist allerdings längst überholt, da in der heutigen Zeit nahezu keine Kaltakquise betrieben wird, sondern vielfach bestehende Kontakte optimiert werden und im Vorfeld bereits alles über Telefon und Email vorbereitet wird. Eine andere Welt - aber keine schlechteZusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Tätigkeiten eines Innendienstmitarbeiters grundlegend von denen in einer Außendienstagentur unterscheiden, obwohl man es bei beiden mit Kaufleuten für Versicherungen und Finanzen zu tun hat. Die bereits angesprochene Typfrage ist sicherlich das entscheidendste Kriterium für die Wahl des jeweiligen Weges, da beide Wege ihre Vor- und Nachteile, aber durchaus ihre Reize haben.
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